Schilfgürtel – wertvoller Lebensraum und natürlicher Uferschutz
von Sandra Julius
Weite Teile des Greifenseeufers sind von einem Schilfgürtel gesäumt. Er ist wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl an Wasservögeln und Fischen und erfüllt zentrale Funktionen bei der Uferstabilisierung. Wie du ihn auch bei einem sommerlichen Badeausflug an den See schützen kannst, erfährst du in unserem Blog.
Lebensraum zahlreicher Tierarten
Zwischen den hohen, im Wind raschelnden Halmen der ausgedehnten Schilfgürtel am Greifensee verbirgt sich eine faszinierende Welt, die vielen Tieren Schutz, Nahrung und Raum zum Brüten bietet. Viele Vogeljunge schlüpfen im Schutz des dichten Röhrichts, wagen hier ihre ersten Schwimm- oder Flugversuche und werden von ihren Eltern in die Nahrungssuche eingeweiht. Gerade für störungsempfindliche Vogelarten wie die Haubentaucher – eines unserer «Little Big Five»-Tiere – oder die äusserst seltenen und stark gefährdeten Zwergdommeln sind geschützte, störungsfreie Schilfbestände, wie sie am Greifensee vorkommen, von besonderer Bedeutung.
In den nahezu windstillen Räumen zwischen den Schilfhalmen halten sich Libellen und andere Insekten gerne auf und verkriechen sich im Herbst zum Überwintern in die hohlen Schilfstängel. Die Unterwasserzone des Schilfröhrichtes wiederum dient als Laichhabitat, Kinderstube und Fluchtversteck für einen Grossteil der in einem stehenden Gewässer vorkommenden Fischarten, wie beispielsweise dem Hecht. Viele Fischarten finden hier auch ihre Nahrung.
Schutz vor Erosion und natürlicher Wasserfilter
Neben seiner Bedeutung für die Tierwelt erfüllt der Schilfgürtel weitere wertvolle Aufgaben bei der Stabilisierung und dem Erhalt der Uferlinie des Sees: Die tiefreichenden Wurzeln des Schilfs verankern das Ufer fest im Boden und schützen es vor der natürlichen Abtragung, während die Kraft der Wellen von den Halmen gedämpft wird.
Auch die Wasserqualität profitiert vom Schilfgürtel. Wie ein lebender Filter nimmt das Schilf überschüssige Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser auf und verarbeitet sie. Zudem sondern die Wurzeln keimtötende Substanzen ab. Um seine im sauerstoffarmen Schlamm steckenden Wurzeln genügend zu belüften, leiten die Schilfhalme in ihren hohlen Stängeln Luft nach unten. Und zwar so reichlich, dass die Wurzeln überschüssige Luft ins Wasser abgeben können, was zusätzlich die Wasserqualität verbessert und die Ansiedlung von Kleinstlebewesen ermöglicht.
Badespass und Wassersport mit Rücksicht
Damit der Schilfgürtel auch in der Bade- und Wassersportsaison seine Aufgaben erfüllen kann, kannst du mit ein paar einfachen Verhaltensregeln viel zu seinem Schutz beitragen:
- Mindestens 25 Meter Abstand halten vom Schilf und Schwimmblattbeständen (z.B. Seerosen)
- Seeschutzzonen (mit gelben Bojen gekennzeichnet) nicht befahren oder darin schwimmen
- Lärm vermeiden
- Die offiziellen Stellen in den Erholungszonen zum Baden, Einwassern oder Anlanden nutzen (an vielen Stegen ist dies verboten)
- Keine ferngesteuerten Spielzeugschiffe, Drohnen oder Boote und andere Schwimmkörper mit Motor nutzen (auf dem Greifensee gilt ein generelles Verbot von motorisierten Gegenständen)
- Schutzgebiete nicht betreten
- Hunde in den Schutzzonen an der Leine führen
- Geltende Fischereiregeln einhalten
- Wassersport- und Fischerausrüstung bei jedem Seewechsel gut reinigen, um keine Quaggamuscheln und andere invasive Arten einzuschleppen
- Schiffmelde- und Reinigungspflicht einhalten
Herzlichen Dank, dass du mit deinem Verhalten Natur und Artenvielfalt am Greifensee schützt – wir wünschen dir viele schöne Erlebnisse und einen erholsamen Sommer!
Nützliche Links:
- Mehr Informationen und nützliches Kartenmaterial (auch für den Greifensee) bietet auch die Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht» vom Verein «Natur und Freizeit».
- Die Kampagne «Vorsicht blinde Passagiere» vom Kanton Zürich zeigt auf, wie du beim Wassersport dazu beitragen kannst, dass keine invasive Muschelarten oder Krebse eingeschleppt werden und sich in unseren Gewässern verbreiten.