Gemeinsam auf Vogelexkursion rund um den Greifensee

von Anouk von Känel

Am Samstag, den 9. Mai 2026 führten die Greifensee-Stiftung und die lokalen Naturschutzvereine sieben gleichzeitig stattfindende Vogelexkursionen im Greifensee-Gebiet durch. Im Anschluss wurden die Sichtungen in der Naturstation Silberweide bei einem Znüni in eine Artenliste zusammengetragen – insgesamt wurden 62 Arten gesichtet! Welche Raritäten dabei waren und was die Teilnehmenden der Exkursion in der Gemeinde Greifensee erlebten, erfährst du hier.


Das Wochenende vom 9. - 10. Mai 2026 stand ganz im Zeichen der Vögel: Bird Life Schweiz hat zur Stunde der Gartenvögel aufgerufen, am Samstag, den 9. Mai, war Weltzugvogeltag und im Greifensee-Gebiet boten die Greifensee-Stiftung und die regionalen Naturschutzvereine insgesamt sieben zweistündige Vogelexkursionen an. Für die Teilnehmenden bedeutete dies einen frühen Start ins Wochenende bei kühlem Morgenwind. Einige verfügten bereits über jahrelange Erfahrung in der Vogelbeobachtung, andere benutzten erstmals einen Feldstecher und alle spitzten die Ohren, um Gesänge wahrzunehmen, die sonst im Alltagslärm untergehen. Zur Belohnung gab es ganz viele wunderschöne Sichtungen und magische Momente. Im Anschluss an die Exkursionen wurden die gesichteten Vogelarten in der Naturstation Silberweide bei Kaffee und Guetzli – ein herzliches Dankeschön an die Arbeitsgruppe Riedschutz (ASUG) für das Spendieren! – zu einer Artenliste zusammengeführt.

Eindrücke der Exkursion in der Gemeinde Greifensee

Eine Gruppe startete um 7 Uhr am Schiffssteg in der Gemeinde Greifensee. Gleich zu Beginn, noch vor der Naturschutztafel, gaben zwei Stieglitze Geleitschutz und zeigten ihre schönen roten Masken. Nach einem kurzen Input zum Naturschutzgebiet und zur nationalen Bedeutung des Greifensees als Wasser- und Zugvogelreservat wurde am Waldrand den Staren zugeschaut und vor allem zugehört – diese Meister der Imitation schaffen es, sogar die Vogelbestimmungs-App «Merlin Bird ID» zu täuschen. Der Zaunkönig, der seinen Gesang aus der Hecke schmetterte, war jedoch definitiv ein echter Zaunkönig. Weiter vorne am Schilfgürtel trällerte der Drosselrohrsänger, während eine Rohrammer geduldig ihren schönen schwarzen Kopf präsentierte. Und dann plötzlich knapp über dem Schilf: Schneeweisse Flügel, den Kopf angelegt wie eine Zwergdommel – ein Rallenreiher! Für viele Teilnehmende ein «Lifer», also ein Vogel, den sie zum ersten Mal in ihrem Leben beobachten durften 
Weiter ging es in Richtung Dorf, mit weitem Blick über Felder, Äcker, Blumenwiesen und Hochstamm-Obstbäume. Die älteren Teilnehmenden erzählten von den Kiebitzen, die früher hier brüteten. Daraufhin wurde gemeinsam überlegt, was die Vogelwelt von der Landwirtschaft braucht, damit sie hier auch weiterhin in ihrer Vielfalt bestehen kann. Die Nachtigall beispielsweise, deren Gesang für einige mehr nach «Star Wars» als nach einer berühmten Sängerin klang, ist als bodennahe Brüterin auf Kleinstrukturen wie Hecken, Gebüsche und Unterwuchs angewiesen. Für alle beobachtbar und hörbar waren die Dohlen, die am Schloss Greifensee brüten, die Mauersegler und Rauchschwalben, die über den Köpfen durch die Luft schossen, und die «frechen» Spatzen, die uns von den Dächern zuzwitscherten, konnten alle gut beobachten und hören. Abschliessend bestaunten wir am Greifensee den Balztanz der Haubentaucher und wurden von einer Flussseeschwalbe beehrt, die hoffentlich auf den Brutflössen vor Greifensee ihre Eier legt. Was für ein wunderschöner Morgen!

Das Ergebnis aller sieben parallel durchgeführten Exkursionen kann sich sehen lassen:

  • 109 Teilnehmende
  • 52 Personen kamen zum anschliessenden Austausch in die Naturstation Silberweide
  • 62 verschiedene Vogelarten wurden rund um den See gesichtet, darunter Raritäten wie Bienenfresser, Kiebitz und Rallenreiher

Ein herzliches Dankeschön geht an die Naturschutzvereine aus Brüttisellen-Dietlikon-Wangen, Dübendorf, Egg, Mönchaltorf und Uster für die grossartige Zusammenarbeit, für die Vernetzung und für das Ermöglichen solch hautnaher Naturerlebnisse!

Die gemeinsame Artenliste vom 9. Mai 2026, alphabetisch sortiert:

  1. Amsel
  2. Bachstelze
  3. Bekassine
  4. Bienenfresser
  5. Blässhuhn
  6. Blaumeise
  7. Buchfink
  8. Buntspecht
  9. Dohle
  10. Drosselrohrsänger
  11. Eisvogel
  12. Elster
  13. Feldsperling
  14. Flussseeschwalbe
  15. Gartenbaumläufer
  16. Gartengrasmücke
  17. Girlitz
  18. Graureiher
  19. Grauschnäpper
  20. Grünfink
  21. Grünspecht
  22. Haubenmeise
  23. Haubentaucher
  24. Hausrotschwanz
  25. Haussperling
  26. Höckerschwan
  27. Kiebitz
  28. Kohlmeise
  29. Kormoran
  30. Kuckuck (m+w)
  31. Mauersegler
  32. Mäusebussard
  33. Mehlschwalbe
  34. Mittelmeermöwe
  35. Mönchsgrasmücke
  36. Nachtigall
  37. Neuntöter
  38. Rabenkrähe
  39. Rallenreiher
  40. Rauchschwalbe
  41. Ringeltaube
  42. Rohrammer
  43. Rotkehlchen
  44. Rotmilan
  45. Saatkrähe
  46. Schwanzmeise
  47. Schwarzmilan
  48. Singdrossel
  49. Sommergoldhähnchen
  50. Star
  51. Stieglitz (= Distelfink)
  52. Stockente
  53. Sumpfmeise
  54. Tannenmeise
  55. Teichhuhn
  56. Teichrohrsänger
  57. Türkentaube
  58. Turmfalke
  59. Weissstorch
  60. Zaunkönig
  61. Zilpzalp
  62. Zwergtaucher


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