Von den Bahamas in den Greifensee

von Melanie Inhelder

Der europäische Aal ist nicht nur in fast allen europäischen Gewässern, sondern auch im Greifensee zu finden. Aale ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Krebstieren und Schnecken.

Der europäische Aal (Anguilla anguilla) mit seinem schlangenartigen Körper und seiner schleimigen Haut mit winzigen Schuppen, ist ein richtiger Wanderer. 

Weibchen können bis zu 150 cm lang und über sechs Kilogramm schwer werden. Doch bis sie so gross sind vergeht einige Zeit. Denn Aale sind katadrome Wanderfische. Sie schlüpfen in der Sargassosee in der Nähe von den Bahamas wo ihre ca. dreijährige Wanderung an die europäischen Küsten beginnt. Dort angelangt wandeln sie sich ins Jugendstadium (7 cm), in welchem man sie «Glasaale» nennt. Glasaale sind in China eine Delikatesse mit grosser Nachfrage, was zu einer Überfischung der Aale führt. Nur wenige Aale erreichen daher nach über 5000 Kilometern die europäischen Gewässer.
Weibchen sind im Alter von 12 - 15, Männchen schon nach 6 - 9 Jahren geschlechtsreif.  Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die adulten Aale durch Flüsse und Atlantik zurück in die Sargassosee, wo sie nach dem Ablaichen sterben.

Aufgrund seines komplexen Lebenszyklus ist der Aal sehr bedroht: Nicht nur die Fischerei, sondern auch Dämme, Wehre und Turbinen sind tödliche Hindernisse auf seiner Reise.

All diese Gründe führen dazu, dass der Aal vom Aussterben bedroht ist.

Foto: André Suter, Flickr

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